Musikverein Edelweiß Busenbach mit abwechslungsreichem und umjubeltem Frühjahrskonzert
Musik, Vielfalt, Emotionen – mit diesen drei Wörtern begrüßte Julia Schottmüller-Becker in Vertretung des gesundheitlich verhinderten Vorstands Alexander Huber die Gäste im voll besetzten Kurhaus zu unserem diesjährigen Frühjahrskonzert.
Eröffnet wurde das Programm zunächst vom Jugendorchester und der Bläserklasse der Anne-Frank-Schule. Unter der Leitung von Dietmar Schulze konnte es mit „Happy Spring Song“ und den fetzigen „Minor Rock“ und „Rock-A-Saurus Rex!“ eindrucksvoll zeigen, wie gut die Jungmusiker trotz kurzer Vorbereitungszeit bereits zusammenspielen. Das Publikum honorierte dies mit langem Applaus und wurde mit der Zugabe „Monster Rock“ belohnt.
Danach führte der stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Albtal Günter Geisert die Ehrungen durch. Für 10 Jahre aktives Musizieren wurden Hannah Bastian, Christine Seene, Lea Strack, Manuel Strnad, und Leon Trautmann geehrt. 30 Jahre konnten Diana Dietz, Stefanie Kreutz, Patricia Mock und Michael Trautmann vorweisen, während Klaus Reiser die Auszeichnung sogar für 40 Jahre erhielt.
Inzwischen hatte das große Orchester auf der Bühne Platz genommen und eröffnete sein Konzert mit „Phoenix Ascending„. Im Stück des amerikanischen Komponisten Rossano Galante geht es um die Fähigkeit des Phönix, aus seiner eigenen Asche wieder aufzuerstehen. Schwungvolle und temporeiche Passagen wechselten sich mit getragenen Melodien ab und sorgten gleich zu Beginn für Gänsehaut. Mit der Ouvertüre zur Oper „Nabucco“ ging es danach im klassischen Bereich weiter. Dabei handelt es sich um eines der bekanntesten Werke von Guiseppe Verdi und den darin enthaltenen Gefangenenchor hat bestimmt jeder schon mindestens einmal gehört. Ein weiterer Klassiker der symphonischen Blasmusik ist „El Camino Real“ von Alfred Reed. Die Komposition basiert auf einer Reihe von Folkmelodien aus Spanien, das Orchester präsentierte daraus den flamencoartigen Tanz „Jota“ und brachte dabei mit viel Temperament spanisches Feuer auf die Bühne.
Nach der anschließenden Pause machten wir mit Filmmusik weiter. Im Soundtrack zum Animationsfilm „Encanto“ wird eine Familie aus einem kleinen Bergdorf in Kolumbien porträtiert. Nahezu jedes der Familienmitglieder hat eine spezielle Zauberkraft, die anfänglich fehlenden Fähigkeiten der Protagonistin Mirabel werden natürlich erst im Laufe des Films enthüllt. Der Komponist Lin-Manuel Miranda hat dementsprechend viele rhythmisch-lateinamerikanische Elemente eingebaut. Unterstützt wurde die musikalische Darbietung des Orchesters durch einen im Hintergrund auf der Leinwand laufenden Filmzusammenschnitt. Ein besonderer Dank hierfür an unsere Klarinettistin Carolin Schulze, die dieses spezielle Video extra für den MVE produziert hat. Das folgende Stück „Breakout“ setzte sich aus dem gleichnamigen Titel der weltweit erfolgreichen irischen Tanzshow „Lord of the Dance“ und dem Song „Ellan Vannin„, bekannt vor allem durch die Darbietung des Bee Gees-Sängers Robin Gibb, zusammen. Als Solisten glänzten dabei Marcel Sowek am Flügel- und Harald Reiser am Tenorhorn, ebenso wie die Schlagzeuger Manuel Strnad, Lorenz Fäßler und Thomas Nowottny mit einer speziellen Leuchtsticks-Performance vor der Bühne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kannte das Staunen im Publikum keine Grenzen mehr. Zum Abschluss des Programms widmeten sich die Musiker mit „Udo Jürgens – das Beste“ von Guido Rennert einem der größten Künstler der Musikgeschichte. Unvergessene Ohrwürmer wie „Ein ehrenwertes Haus“, „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“ oder „Merci Chérie“ weckten bei unseren Zuhörern wunderbare Erinnerungen und ließen emotional bedingt auch die ein oder andere Träne fließen. Die vielen bekannten Melodien wurden vom Orchester und einzelnen Solisten hervorragend vorgetragen und sorgten im Publikum für Begeisterungsstürme, die sich in langanhaltendem Beifall, Standing Ovations und dem Wunsch nach Zugaben ausdrückten. Da „Ich war noch niemals in New York“ im Medley fehlte, griff unser Dirigent Dietmar Schulze selbst zum Mikrofon und performte den Evergreen zusammen mit dem Orchester und den leidenschaftlich mitsingenden Gästen. Mit dem treibend schnellen „Galopp“ von Alfred Reed und dem ruhigen, getragenen „I believe my Heart“ wurde schließlich ein großartiges, abwechslungsreiches und denkwürdiges Konzert beendet.
Um dieses besondere Gefühl des Konzertes sowohl für uns Musiker als auch das Publikum final noch einmal auszudrücken, steht dieses Zitat unseres verstorbenen früheren Vereinskollegen und Tubisten Konrad Weber: „Die Musik ist eines der wenigen Hobbies, das Menschen verschiedener Altersklassen so lange gemeinsam betreiben können.„