Bericht aus dem Gemeindeblatt von Helmut Zahnleiter
Das Große Orchester unter der Leitung von Dietmar Schulze und das Projektorchester, Leitung Stefan Mußler, gestalteten ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches und sehr gut besuchtes Frühjahrskonzert im Waldbronner Kurhaus. Vorsitzender Alexander Huber begrüßte unter den Zuhörern Bürgermeister Franz Masino, Musikschulleiter Armin Bitterwolf, Rektor Rolf Nold, Waldbronns Ehrenbürger Helmut Völkle und den Vorsitzenden des Blasmusikverbands Albtal Jürgen Kunzmann.
Ehrungen fanden im Rahmen dieses Konzerts beim Musikverein „Edelweiß“ Busenbach statt. Dabei wurde Fritz Müller als erster Vorsitzender offiziell verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Müller, so sein Nachfolger Alexander Huber, sei 1960 in den Busenbacher Musikverein eingetreten und habe Posaune gelernt. 1983 wurde er erstmals in die Verwaltung und 1991 zum ersten Vorsitzenden gewählt. In seine Amtszeit fiel auch der Bau des Proberaums bei der Waldbronner Festhalle.
Jürgen Kunzmann, Bezirksvorsitzendes Blasmusikverbands Albtal, zeichnete im Rahmen des Konzerts die aktiven Musikerinnen Yvonne Deurer, Elena Eble, Ricarda Hutt und Alisa Jäger für 10 Jahre mit der Ehrennadel in Bronze des Blasmusikverbands Karlsruhe aus.
„Mit vollen Segeln“ starteten die Musiker mit ihrem Dirigenten Dietmar Schulze. Das war mehr als der Titel des einleitenden Konzertmarschs von Klaus Strobl, es war gleichsam das Motto des gesamten Abends. Ihm ließen die Musiker die walzerselige Ouvertüre zur Lehar-Operette „Wiener Frauen“ folgen und beschlossen damit auch den „klassischen“ Teil ihres Programms. Es folgte mit „Espana Cani“ von Narro und Talada ein feuriger Paso Doble, der mit den Trompetern Meike und Diana Austen, Robert Kowarsch, Danny Mock und Eugen Rudolph Stierkampfatmosphäre in den Saal zauberte. Das quirlige „New York 1927“ ließ im Ragtime Warren Barker lebendig werden. Filmmusiken aus zahleichen Charlie Chaplin-Streifen wie „Lichter der Großstadt“ oder „Der große Diktator“ folgten. Wenn man die Augen schloss, sah man den kleinen Mann mit Stock und Melone vor sich über die Leinwand trippeln.
Zwei musikalisch interessante Stücke steuerte das Projektorchester unter Stefan Mußler bei, der beim Busenbacher Musikverein für das Jugendorchester zuständig ist. Zum Projektorchester fanden sich die 46 Musiker des Großen Orchesters und 13 Aktive des Jugendorchesters zum gemeinsamen Musizieren zusammen. Als erstes interpretierten sie sehr schön „Highlights from Exodus“ von Ernest Gould. Bei „Queen in Concert“ erklangen viele Evergreens dieser Band um den legendären Freddie Mercury, wie „The Show must go on“ oder „We will rock you“.
Dem ließ das Große Orchester musikalische Höhepunkte aus dem Film „Rocky III“ folgen. Die jazzige „South Rampard Street Parade“ von Ray Bauduc und Bob Haggart bewegte sich mit den Solisten Rouven Schulze (Schlagzeug), Jasmin Singer (Piccoloflöte), Irina Ochs (Klarinette) und Robert Kowarsch (Trompete) durch die Straßen von New Orleans und zeigte, dass die Busenbacher Musiker und ihr Dirigent Dietmar Schulze sich auch in dieser Musikrichtung zu Hause fühlen. Den offiziellen Programmteil beschloss das Orchester mit einem Medley aus „West Side Story“ von Leonard Bernstein. Dessen wunderschöne Melodien wurden mal gefühlvoll wie „Maria“ interpretiert, aber auch mit dem nötigen Drive wie bei „America“ oder rhythmisch exakt wie bei „Rumble“.
Für den lebhaften Applaus bedankten sich die Musiker mit Zugaben, darunter dem Deep Purple-Klassiker „Smoke on the Water“ und „Ai Se EU Te Pego“ als Geburtstagsständchen für ihren „Mixer“, der just an diesem Tag seinen 50. feierte und als willkommener Anlass zu einer kleinen Showeinlage zwischen Dirigent Dietmar Schulze und Geburtstagskind Michael Trautmann genutzt wurde.